Siebtklässler aus drei Schulen besuchten Firmen

Einblicke in Berufsbilder

Altlandkreis - Praxisnahe Einblicke in Unternehmen und Berufsbilder erhielten Siebtklässler aus drei Hauptschulen in der Region am "Tag der Berufe", der als Projekttag von den Schulleitungen, der Schulsozialarbeit und der Schulwirtschaft-Expertin des Landkreises, Kathrin Baumeister, entwickelt und zum ersten Mal in dieser Form durchgeführt wurde.

Maschinen-Ausbilder Ulrich Lehmann erklärt den Schülern den Lagerbereich im Salus Natur-Arzneimittelwerk. Fotos baumann

Im Vorfeld hatten die 120 Schüler der siebten Klassen entsprechend ihrer Interessenlage einen Ausbildungsberuf ausgewählt, zu dem sie nun am "Tag der Berufe" in einem Ausbildungsbetrieb in der Region einen praxisnahen Einblick erhielten. Aufgrund der vorbildlichen Kooperationsbereitschaft der im Mangfalltal ansässigen Unternehmen stand den künftigen "Berufseinsteigern" ein breitgefächertes Angebot zur Verfügung.

Die Stadt Bad Aibling, der Markt Bruckmühl und die Gemeinde Feldkirchen-Westerham übernahmen dabei die Transportkosten zu den insgesamt 13 teilnehmenden Firmen. "Dieser schulübergreifende Projekttag bildet einen ersten Baustein für die vertiefte Berufsorientierung, dem in der achten Klasse dann zwei jeweils einwöchige Betriebspraktika folgen" unterstrich Eileen Hüsgen von der Jugendsozialarbeit der St.-Georg-Volksschule Bad Aibling.

Für den Projekttag hatten sich sowohl große Industrieunternehmen als auch mittelständische Firmen zur Verfügung gestellt. So wurde den jugendlichen Besuchern (begleitet von Lehrer Klaus Kögel-Sebald) im Salus Natur-Arzneimittelwerk in Bruckmühl zunächst von Thomas Veit das 1916 in München gegründete und 1968 in die Marktgemeinde verlagerte Unternehmen vorgestellt, das 370 Mitarbeiter beschäftigt und seine 1500 verschiedenen Produkte in 60 Länder exportiert.

In einer Fragerunde konnten sie von Personalreferentin Julia Mini und Maschinen-Ausbilder Ulrich Lehmann näheres zum Beruf des Maschinen- und Anlagenführers und über Einstellungsvoraussetzungen (mindestens Quali-Abschluss und möglichst gute Mathe-Noten), Ausbildung und zukünftige Chancen erfahren. Anschließend wurde die Schülergruppe - versehen mit "Rundum-Schutzkleidung" - durch die Lager- und Produktionsräume geführt, wo sie einzelne Schritte in der Teeherstellung Tee verfolgen konnten. Bei der Schreinerei Wolf in Heufeld stellte Inhaber Engelbert Wolf sein mittelständisches Unternehmen mit rund 50 Beschäftigten vor und erklärte den dreijährigen Ausbildungsweg zum Schreiner, der im ersten Jahr in Form eines Berufschul-Grundjahres und in den beiden anderen Jahren im Betrieb erfolgt.

Danach besuchte die "Schnupper-Gruppe" (Lehrer Jürgen Kellner) die Ausstellungsräume (Fenster, Türen, Wintergärten) und konnte in der Werkstatt Einblick in die Produktion bekommen. "Schreiner haben beste Berufschancen" bekräftigte Engelbert Wolf, der eine Lanze für die Hauptschulen bricht: "Sie muss unbedingt erhalten werden, weil sie unterschiedliche Fähigkeiten unterschiedlich fördert". Für Auszubildende in seinem Unternehmen wünscht er sich einen Quali-Abschluss, aber nicht unbedingt - "wenn der Typ passt".

Am Ende ihrer "Schnuppertour" mussten alle Schüler einen Erkundungsbogen ausfüllen, in dem Einzelheiten zum "erkundeten" Berufsbild anzugeben waren. bjn

Quelle: OVB-Rosenheim 2011